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	<title>Schreibmaschine &#8211; olivermark</title>
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	<title>Schreibmaschine &#8211; olivermark</title>
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		<title>Let´s encrypt und freie SSL-Zertifikate</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ollie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 14:16:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibmaschine]]></category>
		<category><![CDATA[Strato]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Blick auf das eigene Hosting Strato bietet auf dem Papier einiges: 50 GB Webspace, drei Domains, dazu Subdomains in beliebiger Menge. Eigentlich mehr, als viele je brauchen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><strong>Ein Blick auf das eigene Hosting</strong></h4>
<p>Strato bietet auf dem Papier einiges:<br />
50 GB Webspace, drei Domains, dazu Subdomains in beliebiger Menge. Eigentlich mehr, als viele je brauchen.<br />
Und doch liegt ein Teil davon oft brach – so auch hier.</p>
<p>Parallel läuft noch ein anderes Projekt: eine Seite über die <strong>Faszination der Schreibmaschine</strong>, gehostet bei <strong>Host Europe</strong>. Über Jahre hinweg liefen dort verschiedene Blogs – stabil, performant, verlässlich. Doch jetzt steht ein Umzug an.<br />
Warum? Ganz einfach: <strong>Kosten sparen.</strong></p>
<p>Die Entscheidung fällt auf Strato. Nur: Die Performance dort wirkt im Vergleich – sagen wir – <em>ernüchternd</em>.<br />
Im Netz wird zwar auch über Host Europe gemeckert, aber in Sachen Geschwindigkeit konnte man sich dort nie wirklich beschweren.<br />
Trotzdem: Der Entschluss steht. Der Blog zieht um.</p>
<hr />
<h4><strong>Das SSL-Problem</strong></h4>
<p>Dann taucht ein unscheinbares, aber entscheidendes Thema auf: <strong>SSL-Zertifikate.</strong><br />
Sicheres HTTPS ist heute Pflicht – nicht nur aus Datenschutzgründen, sondern auch für SEO und Vertrauen.</p>
<p>Strato liefert im Vertrag ein SSL-Zertifikat – allerdings <strong>nur für die Hauptdomain</strong>.<br />
Kein <strong>Wildcard-Zertifikat</strong>, das auch alle Subdomains absichert.</p>
<p>Das ist ein Problem, denn:</p>
<ul>
<li>Zwar lassen sich bei Strato problemlos über 200 Subdomains anlegen,</li>
<li>aber nur die Hauptdomain ist „sicher“.</li>
<li>Die Subdomains bleiben unverschlüsselt – und sind damit praktisch unbrauchbar.</li>
</ul>
<p>Natürlich bietet Strato eine Lösung an: ein kostenpflichtiges Wildcard-Zertifikat.<br />
Doch das kostet extra – und konterkariert die ganze Idee vom „Sparen“.</p>
<hr />
<h4><strong>Let’s Encrypt: Die freie Alternative</strong></h4>
<p>Also der Gedanke: <strong>Geht das nicht kostenlos?</strong><br />
Ja, mit <strong>Let’s Encrypt</strong> – einem Projekt der Internet Security Research Group, das freie SSL-Zertifikate bereitstellt.</p>
<p>Let’s Encrypt hat das Web grundlegend verändert.<br />
Vorher war HTTPS oft teuer, umständlich und intransparent. Heute kann jeder ein gültiges, vertrauenswürdiges Zertifikat erzeugen – kostenlos.</p>
<p>Einziger Haken: Die Zertifikate sind <strong>nur 90 Tage gültig</strong>. Danach müssen sie erneuert werden.<br />
Das klingt zunächst nach Aufwand, lässt sich aber automatisieren – zumindest auf Linux oder macOS-Systemen.</p>
<hr />
<h4><strong>Certbot: Das Werkzeug der Wahl</strong></h4>
<p>Let’s Encrypt nutzt ein kleines, mächtiges Tool namens <strong>Certbot</strong>.<br />
Damit lässt sich über die Kommandozeile ein Zertifikat anfordern, verifizieren und installieren.</p>
<p>Beispiel (macOS oder Linux):</p>
<pre><code class="language-bash">sudo certbot certonly --manual
</code></pre>
<p>Daraufhin fordert Certbot den Benutzer auf, einen bestimmten <strong>DNS-Record</strong> anzulegen – den sogenannten<br />
<code>_acme-challenge</code>-Eintrag.<br />
Dieser Eintrag dient der Domain-Verifikation: Er zeigt Let’s Encrypt, dass du tatsächlich der Besitzer der Domain bist.</p>
<hr />
<h4><strong>Die Herausforderung bei Strato</strong></h4>
<p>Und hier beginnt das Problem:<br />
Strato erlaubt zwar das Anlegen solcher DNS-Einträge, aber das <strong>DNS-Update dauert</strong>.<br />
Teilweise bis zu 24 Stunden.</p>
<p>Let’s Encrypt hingegen prüft fast sofort – und erwartet, dass der Eintrag <strong>innerhalb weniger Minuten</strong> erreichbar ist.<br />
Das führt dazu, dass die Verifikation regelmäßig scheitert.</p>
<p>Kurz gesagt:</p>
<blockquote><p>Certbot schickt die Challenge raus – Strato ist zu langsam.<br />
Ergebnis: kein Zertifikat.</p></blockquote>
<hr />
<h4><strong>Mögliche Workarounds</strong></h4>
<p>Ganz aussichtslos ist es nicht, aber unbequem.</p>
<ol>
<li><strong>Manuelles Verfahren:</strong><br />
Certbot ausführen, <code>_acme-challenge</code>-Eintrag bei Strato setzen, abwarten, hoffen, dass die Verifikation rechtzeitig durchläuft.<br />
Das kann funktionieren – oder auch nicht.</li>
<li><strong>Verwendung eines externen DNS-Anbieters:</strong><br />
Wenn du die DNS-Zone bei einem schnelleren Provider verwaltest (z. B. Cloudflare, Hetzner, AWS Route 53), kannst du dort die Challenge automatisiert aktualisieren.<br />
Das erhöht die Erfolgschancen deutlich.</li>
<li><strong>Automatisierte Skripte (ACME-Clients):</strong><br />
Es gibt alternative Clients, die über API-Schnittstellen DNS-Records automatisch setzen.<br />
Strato bietet hier aber <strong>keine API</strong>, was das Verfahren unnötig erschwert.</li>
</ol>
<hr />
<h4><strong>Fazit: Theorie gut, Praxis holprig</strong></h4>
<p>Let’s Encrypt ist eine fantastische Idee – und funktioniert hervorragend auf Servern mit direktem Zugriff.<br />
Auf Shared-Hosting-Plattformen wie Strato wird es aber schnell mühsam.</p>
<p>Die Ursachen:</p>
<ul>
<li>Kein Root-Zugang,</li>
<li>kein API-Zugriff auf DNS,</li>
<li>langsame DNS-Propagation.</li>
</ul>
<p>Das Ergebnis:<br />
Viele Nutzer scheitern an der Verifikation – und greifen doch wieder zum <strong>bezahlten Zertifikat</strong>.<br />
Nicht, weil Let’s Encrypt schlecht wäre, sondern weil das Hosting es nicht hergibt.</p>
<hr />
<h4><strong>Die ehrliche Bilanz</strong></h4>
<p>Wenn du volle Kontrolle über deine Zertifikate willst, brauchst du:</p>
<ul>
<li>Entweder einen <strong>Server oder vServer</strong> mit Shell-Zugang,</li>
<li>oder einen DNS-Anbieter mit <strong>API-Schnittstelle</strong> zur Automatisierung.</li>
</ul>
<p>Für reine Shared-Hosting-Tarife bei Strato, IONOS oder anderen Billiganbietern gilt:</p>
<blockquote><p><strong>Let’s Encrypt funktioniert theoretisch, aber nicht praktikabel.</strong></p></blockquote>
<p>Daher die nüchterne Einschätzung:</p>
<ul>
<li>Ja, man kann sparen.</li>
<li>Aber man spart sich vor allem Zeit und Nerven, wenn man gleich auf einen Hoster setzt, der Let’s Encrypt nativ unterstützt.<br />
(z. B. netcup, all-inkl, Uberspace oder Hetzner Webhosting)</li>
</ul>
<hr />
<h4><strong>Schlussgedanke</strong></h4>
<p>Was bleibt, ist ein klassischer Zielkonflikt:<br />
<strong>Bequemlichkeit vs. Kontrolle</strong>, <strong>Sparen vs. Stabilität.</strong></p>
<p>Let’s Encrypt zeigt, wie mächtig freie Infrastruktur sein kann.<br />
Aber sie braucht ein Umfeld, das offen genug ist, um sie auch wirklich zu nutzen.</p>
<p>Bei Strato ist das (noch) nicht der Fall – und so endet der Versuch, freie Zertifikate zu nutzen, oft mit einem resignierten:</p>
<blockquote><p>„Nein, funktioniert alles nicht.“</p></blockquote>
<p>Und genau das ist schade – denn das Web wäre schöner, wenn mehr Anbieter das Prinzip <em>„sicher, frei und einfach“</em>wirklich ernst nehmen würden.</p>
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